Entstehung des Stadtkulturbeirates:

Bei der Erstellung des Steyrer Kulturentwicklungsplanes (KEP) wurde der Beirat angeregt und umgesetzt.

 

Auszug aus dem KEP 2008:

 

Einrichtung und Verankerung eines ständigen Kulturbeirates mit beratender Stimme
von Kulturausschuss, Kulturreferentin bzw. -referent und Gemeinderat, der folgende Kriterien
erfüllt:

Zusammensetzung aus in Steyr tätigen Kunst- und Kulturschaffenden (eventuell
ergänzt um relevante Expertinnen bzw.Experten), Abdeckung aller Kunst- und Kulturbereiche,
zwischen 10 und 15 Mitglieder, festgelegte Funktionsperioden, Nominierung der
Mitglieder durch den Kulturreferentin bzw. die Kulturreferentin auf Vorschlag des Kulturausschusses.


Organisation und Durchführung eines jährlichen Treffens aller Kunst- und Kulturschaffenden
mit den kulturpolitischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern. Einrichtung und Durchführung eines Kunstvermittlungsprogrammsfür Mitglieder des Kulturausschusses (z. B. in Form einer jährlichen
organisierten Tour durch Steyrer Kunst- und Kultureinrichtungen). 

 

Weiterentwicklung der Fachabteilung für Kulturangelegenheiten zu einer Dienstleistungs- und Servicestelle für den gesamten Kunst- und Kulturbereich (Beratung, Ticketing, Informationsdistribution, Terminkoordination, …). Entwicklung eines Modells zur klaren Trennung der operativen von den strategischen Aktivitäten der Fachabteilung für Kulturangelegenheiten

(Kulturstättenverwaltung, Eigenveranstaltungen, Terminkoordination u. ä. getrennt von Kulturbudgetverwaltung, Kulturplanung
u. ä.) sowie Diskussion von Kulturausschuss, Kulturbeirat und Fachabteilung für Kulturangelegenheiten über die Auswirkungen
dieses Modells.

Der neue Stadtkulturbeirat hat als eine seiner ersten Arbeiten den Kulturentwicklungsplan aus dem Jahr 2008 überarbeitet und als Empfehlungsschreiben an den Kulturausschuß der Stadt Steyr übergeben.

 

Hier unser Empfehlungsschreiben:

 

 

 

EMPFEHLUNGEN

des Stadtkulturbeirates

zum Kulturentwicklungsplan

 

 

"Kunst und Kultur dürfen aber nie stillstehen, sie müssen sich weiterbewegen. Sinnvolle Bewegung braucht wiederum ein Ziel. Und diese Zielbeschreibung liefert uns der vorliegende Kulturentwicklungsplan. Speziell der Politik und der Verwaltung wird er gleichsam als Kompass dienen, als Orientierungspfeil, der uns hilft, Ziele und Vorhaben nicht aus den Augen zu verlieren."

(Bürgermeister David Forstenlechner, KEP Steyr 2008, S.4.)

 

"Mit dem nun vorliegenden Kulturentwicklungsplan ist zwar das Projekt, nicht aber der Prozess abgeschlossen. Er dient als Grundlage zur lebendigen Weiterentwicklung von Kunst, Kultur und Bildung für die Stadt und der hier lebenden Bürgerinnen und Bürger. Entsprechend der Vorstellung aller Beteiligten gibt das bis jetzt Erreichte den Auftrag zur Fortführung des breiten Diskurses, um im Sinne eines »work in progress« für eine verantwortungsvolle Umsetzung zu sorgen!"

(Vizebürgermeister und Kulturreferent Dietmar Spanring, KEP Steyr 2008, S. 5.)

 

...in diesem Sinne freuen wir – die Mitglieder des Stadtkulturbeirates – uns, nach gründlicher Evaluierung der bisherigen Erfolge bei der Erfüllung des KEP 2008 eine aktualisierte Zusammenfassung der Leitziele sowie der Maßnahmen zu deren Erreichen vorlegen zu können.

 

 

 

 

 

 

 

INHALT

 

 

 

 

Zur Entstehung des Empfehlungsschreibens / Allgemeine Zielvorstellungen            

 

Anmerkungen zur Evaluierung des KEP 2008 und positive Entwicklungen                   

Aktuelle Kernthemen                                                                                                       

 

ad KEP 2008 6.1           Image, Ambiente, Geschichte, Kulturtourismus                                   

ad KEP 2008 6.2           Angebot, Vielfalt, Engagement                                                                                

ad KEP 2008 6.3           Bevölkerung, Publikum, Zielgruppen                                                         

ad KEP 2008 6.4           Migration und Interkulturalität                                                              

ad KEP 2008 6.5           Infrastruktur und Räume                                                                          

ad KEP 2008 6.6           Kommunikation, Koordination und Vernetzung                                     

ad KEP 2008 6.7           Politik und Verwaltung                                                                                            

ad KEP 2008 6.8           Finanzierung und Förderung                                                                     

ad KEP 2008 6.9           Kulturentwicklung und Kulturplanung                                                     

 

Ausblick                                                                                                                                              

  

FOTOS © Lili Sieberer


Im Laufe des vergangenen Jahres haben die Mitglieder des SKB den KEP 2008 durchgearbeitet – die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Basis des Empfehlungspapieres, das wir uns hiermit erlauben, dem SKA vorzulegen.

Für den Inhalt zeichnen die Mitglieder des SKB 2013-2017 verantwortlich:

             Hubert Auer, Katrin Auer, Gunter Bittermann, Pili Cela, Siegfried Faderl, Dagmar Grünwald,

Frieda Polhammer, Manuela Ruttensteiner, Michael Schröckenfuchs, Lili Sieberer, Mario Werndl

Für die vorliegende Textfassung: Dagmar Grünwald und Lili Sieberer

 

Ziel ist, die bestehende Kulturentwicklung hinsichtlich Schwerpunktsetzung, Nachhaltigkeit und Planung zu verbessern.

 

 Gezielte Kulturplanung ermöglicht u.a.:

 

·       das vorhandene kreative Potential in Steyr und der Region zu nutzen

·       neue kreative Ressourcen zu erschließen, (junge)Talente zu entdecken und zu fördern

·       ein klares Kulturleitbild nach innen und außen zu transportieren, Steyr als attraktiven Standort zu positionieren

·       die Stadt Steyr aktiv und zielgerichtet in laufende Großereignisse einzubinden

·       die Motivation der Kunst- und Kulturschaffenden zu steigern

·       Abwanderung von unzufriedenen Steyrer Künstlerinnen und Künstlern zu verhindern bzw. Zuzug zu fördern

·        dass sich die Steyrer Bürgerinnen und Bürger mit der Stadt Steyr und der lokalen Kunst und Kultur identifizieren und das reichhaltige Angebot nutzen können und wollen

·       gesunde kulturelle Vielfalt zu koordinieren und damit die Lebensqualität zum Wohle aller zu steigern

·       Projekte effizient und zukunftorientiert zu finanzieren

·       eine lebendige Kunst- und Kulturszene auch als touristischen Anziehungspunkt zu etablieren

·       die Stadt Steyr als eine in der Gegenwart angekommene Stadt zu positionieren, in der Geschichte und Zukunft im Zusammenspiel erlebbar wird.

·       Steyr auch überregional/international besser zu positionieren

 

Der KEP sowie das aktualisierte Empfehlungspapier sollen als dynamische Instrumente dazu dienen, den permanenten Prozess der Kulturentwicklung bei laufender Evaluierung aktiv und effektiv zu gestalten.

Kunst und Kultur sollten in allen bestehenden und künftigen Leitbildern der Stadt Steyr eine wichtige Rolle spielen.

Ziel ist eine langfristige und zugleich flexible Kulturplanung unter ständiger Anpassung an neue Entwicklungen, die Nachhaltigkeit von Förderungen und Subventionen, die Positionierung von Steyr als Kulturstadt – auch überregional und international, die Inklusion aller Gesellschaftsgruppen, Kooperation mit Wirtschaft und Tourismus, und spartenübergreifende Projekte.

Last but not least, gilt es einem erweiterten Verständnis des Begriffes "Kultur" (Gesprächskultur, Alltagskultur, interkulturelle Prozesse, "kultiviertes" Zusammenleben...) gerecht zu werden: Befruchtende Zusammenarbeit

des Kunst- und Kulturbereichs mit den Verantwortlichen der Bereiche Wissenschaft, Bildung, Soziales, Gleichbehandlung und Integration muss gelingen...

 

„Gewissheit darüber wird frühestens dann eintreten, wenn Punkte des vorliegenden Schriftstücks budgetwirksam werden und strukturelle Veränderungen greifen.

Erst wenn Kunst und Kultur dem Stellenwert von Arbeit auf gleicher Augenhöhe entgegenblickt, als fixer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens ebenso wie als legitimer Weg zur Absicherung individueller Existenz Akzeptanz findet, erst dann können wir in diesem Zusammenhang von Erfolg und Entwicklung in der von Tradition geprägten Eisenstadt sprechen.“

(KEP 2008, 3. „Entwicklungspläne liegen im Trend“, S. 8.)

"Sicherzustellen ist, dass der KEP nicht als theoretische Übung ohne praktische Konsequenzen endet",

heißt es in der Präambel des KEP 2008. (KEP 2008, S. 7.)

Und tatsächlich ist Einiges im gemeinsamen Bemühen der Beteiligten beispielhaft umgesetzt worden, viele interessante Projekte wurden bereits verwirklicht, andere sind auf dem besten Wege dazu.

Die Wichtigkeit einer strukturierten Kulturarbeit wurde bereits von den politisch agierenden Personen erkannt, und mit der Vorlage vom KEP 2008 unterstrichen. Der KEP 2008 hat wesentlich zur Schaffung einer dauerhaften Basis für das Zusammenspiel zwischen den Steyrer Kunst- und Kulturschaffenden und den politischen EntscheidungsträgerInnen beigetragen. 

 

Auch wurden bereits einige konkrete Projekte umgesetzt:

 

Führungen durch den im Herbst 2013 eröffneten „Stollen der Erinnerung“ ermöglichen eine aufklärende, ehrliche Auseinandersetzung mit einem Kapitel der nationalsozialistischen Vergangenheit Steyrs.

Da diese Dauerausstellung als großer Publikumserfolg zu verbuchen ist und auch über die Grenzen der Stadt Steyr Bekanntheit erlangt hat, haben die Stadtväter auch für weitere Projekte in dieser Richtung Unterstützung zugesagt.

 

Weitere positive Entwicklungen :

 

  • Installierung des unabhängigen und überparteilichen Gremiums „Stadtkulturbeirat“
  • Der Kulturausschuss tagt jeweils in einem Atelier eines Steyrer Kunstschaffenden – Begegnung „Kunst und Politik auf Augenhöhe“!
  • Die Aufnahme von Kunst- und Kultureinrichtungen in den Steyrer Stadtplan
  • Die "themenspezifischen Stadtführungen" als Angebot des Tourismusverbandes und andere Kooperationen zwischen den Bereichen Kultur und Tourismus
  • Die Diskussion über die Schaffung eines Steyrer Museumsverbandes
  • Steyr als Standort der Landesausstellung 2021
  • Stichwort „Lustbarkeitssteuer“

 

Viele Steyrer Kunst- und Kulturprojekte fußen auf privaten Initiativen.

 

So stehen z.B. Karl Ramsmayer und das Mauthausen Komitee gerade in den Startlöchern zur Planung einer neuen Ausstellung, eines neuen kulturellen Events zum Thema Judentum/Holocaust/Nationalsozialismus/Gedenken. Die Synagoge ist derzeit in Privatbesitz.

 

Durch das Engagement namhafter MusikerInnen für die Steyrer StraßenmusikerInnen wurde auf die besondere Rolle der Straßenmusik hingewiesen, und ein durchaus als positiv zu bewertender Diskurs zwischen „Gesellschaft“ und „Künstlern“ initiiert. Dieser lebendige Prozess allerdings sollte in Form von einem  "Runden Tisch" mit professioneller Moderation/Mediation begleitet werden, (Vertreter von Musikern, Anrainern, polit. Verantwortlichen, Geschäftsleuten), um eine langfristige und nachhaltige Lösung unter Wahrung der Interessen aller Betroffenen sicherzustellen. Ziel dieses Prozesses sollte es sein, ein Modell zu entwickeln, das den verschiedenen Anforderungen aller Parteien gerecht wird, und auch den Gegebenheiten das öffentlichen Raumes entgegenkommt, da hier immer unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse aufeinandertreffen.

Ein Modell, das auch in Zukunft in ähnlichen Situationen umfassende, partizipatorische Lösungen zu finden helfen kann.

 „Das Problem ist bereits die Lösung!“ (Milton H. Erickson).

Durch die private Initiative von Paul Schuberth zum Thema Straßenmusik wurde Steyr jedenfalls wieder einmal in ein überregionales Bewusstsein gebracht, und ist nun auch jenseits der Stadtmauern als Stadt bekannt, in der eine durchaus lebendige Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur betrieben werden kann.

Als weitere positive Eigeninitiative möchten wir hier auf das City Kino verweisen.

Dem jungem und engagierten Betreiber gelingt es, trotz der etwas "unglücklichen architektonischen Umstände" einen Ort zu schaffen, der vielen viel zu bieten hat.

Neben einer reichen Auswahl an "Programmkino" und auch Mainstream-Produktionen werden vom jüngsten bis zum ältesten Cineasten alle angesprochen (sowohl für Kinder als auch im Rahmen von Schulveranstaltungen und "Seniorenkino" ist für jeden etwas dabei). Dazu laufen eine Reihe Schwerpunktveranstaltungen unter Einbeziehung bestehender Institutionen (Alpenverein/"Bergfilmfestival") oder auf private Initiative ("Neues Bewußtsein"-Filmreihe). Auch wer hier Veranstaltungen machen möchte (Kinderfreunde) findet Unterstützung, selbst als Konzertsaal wurden Kinosäle bereits zur Verfügung gestellt.

 

Im Folgenden konzentriert sich dieses Empfehlungspapier hauptsächlich auf jene Bereiche,

in denen noch akuter Handlungsbedarf auszumachen ist.

 

Wir hoffen, der KEP 2008 wird durch dieses Schreiben (wieder) be-greifbar gemacht und dass dieses Papier wieder zu neuen Maßnahmen inspiriert und eine konstruktive Diskussion im Kulturausschuss anregt.

 

Wir hoffen natürlich auch, dass es zur Umsetzung konkreter Vorschläge kommen wird. 

 

 

Kultur als LebensMittel

 

Kultur ist ein LebensMittel!

Welche Bedeutung hat „Kultur“ vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Situation, in einer Zeit des Umbruchs, gekennzeichnet von Wirtschaftskrisen, global(isiert)er Ratlosigkeit vor Klimawandel und Wetterkapriolen, sozialem Abbau, Politikverdrossenheit, steigenden Arbeitslosenzahlen, Diskussionen um Bildungs- und Pensionssysteme, dem Erstarken von Nationalismen und populistischer Angstmache einerseits und modernen Völkerwanderungen und den Chancen, die das Leben in multikulturellen Gesellschaften bietet, andererseits...

Welche Rolle kann (vielleicht sogar muss?) Kunst und Kultur heute zukommen?

Die identitätsstiftende Wirkung von Kunst und Kultur verpflichtet Kunst- und Kulturschaffende auch, positive Vorbilder und Perspektiven zu entwickeln. Die Kunst vermag, Verständnis und Mitgefühl zu erwecken, Berührungsängste abbauen zu helfen, Horizonte zu erweitern, aufklärend, integrativ und inspirierend zu wirken.

Sich kreativ zu verwirklichen fördert außerdem gesundes Selbstverständnis und damit Selbstvertrauen. Es kann ein Schritt aus der Ohnmacht und hin zu aktivem, selbstbestimmtem Gestalten sein und ist somit ein unerlässlicher Anteil von Bildung und Leben...

Die Steyrer Kunst- und Kulturschaffenden sind bereit, sich dieser Verantwortung zu stellen, in diesem Geiste zu wirken und entsprechende Projekte, Werke, Veranstaltungen, Kooperationen oder Workshops zu entwickeln.

Es wird den politischen Verantwortlichen zukommen, sich ihrerseits zu diesem Auftrag zu bekennen. 

 

 

Stadt-Platz als Lebens-Mitte

 

In wie weit verändert sich die Rolle des Stadtplatzes Steyr vor dem Hintergrund, dass ein neues EKZ am Tabor gebaut wird? Und was kann und wird das für die kulturelle Entwicklung der Stadt bedeuten?

Wie kann der Stadtplatz (und die Enge) vor dem Veröden gerettet werden?

Der Stadtplatz als LebensMitte einer Stadt, als Ort für Begegnung, für Handel, Austausch und kulturelle Veranstaltungen. Der Stadtplatz als Bühne. Wie steht es in dieser Hinsicht um den Steyrer Stadtplatz?

Warum findet Kultur in Steyr im (Schloss)Graben statt?

Die denkmalgeschützte Fassade der Stadt böte eine perfekte Kulisse (nicht nur!) für historische Inszenierungen und Veranstaltungen aller Art. Auch in anderen Städten werden  Hauptsätze erfolgreich bespielt bilden ein lebendiges Zentrum der jeweiligen Stadt.

Soll der Stadtplatz "Autobusumkehrplatz" bleiben?

Wie „funktioniert“ der Stadtplatz Steyr im Vergleich zum Linzer Hauptplatz, insbesondere aus dem Blickwinkel von Architektur und Infrastruktur (gewachsene Struktur umgeben von zwei Flüssen, Denkmalschutz, Verkehrsführung, frühere Konzepte zum Thema Stadtplatz...)?

Der Stadtplatz als Ort für Festivals, Theaterveranstaltungen, Straßenkunst, Freiluftgalerien, Cafés, Gärten...

Der SKB möchte hiermit zu weiteren Überlegungen anregen und ist bereit, konkrete Ideen beizusteuern und weiterzuentwickeln.

 

 

Steyr am Nationalpark – Kunst betrAchtet Natur

 

Schon dieser Slogan zeigt die zentrale Bedeutung der Natur in und um Steyr.

Steyr bietet eine vielfältige Kunst- und Kulturlandschaft inmitten schöner Landschaft.

Die Verbindung von Kultur und Natur, der Reichtum an romantischen Wasserläufen in Kombination mit der schönen Architektur sind ein wesentliches Merkmal der Stadt, eine Ressource, die es schonend zu nutzen und zu schützen gilt. "Kunst und Kultur betrAchten Natur".

Stichwort Projekt „Tiefgarage/Dukartstrasse“:

Das „Parkplatzproblem“ sollte zu Gunsten einer finanziell und ästhetisch attraktiveren, anrainerfreundlicheren Lösung neu diskutiert werden.

Stichwort Projekt „Huchenaufstieg“:

Eine Kooperation zwischen Kunstschaffenden, Tourismusverband und den politischen Entscheidungsträgern sollte hier unbedingt angestrebt werden. (Entsprechende Anregungen und Konzepte liegen dem SKB vor, der SKB steht jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung.)

Die Natur spielt eine herausragende Rolle in Steyr und sollte weiterhin nicht nur als natürliche Kulisse in das kulturelle Schaffen in Steyr mit einbezogen werden, sondern auch vermehrt als LebensMittel betrachtet und geachtet werden.

 

 

Steyr als Mitglied der Creative Region Linz & Upper Austria

Mit der Initiative „Creative Region“ unterstützen die Stadt Linz und das Land Oberösterreich Wachstum und Erfolg der Kreativbranchen und positionieren Linz und Oberösterreich als kreativen Standort. Eine Einbindung der Stadt Steyr in dieses bereits bestehende Netzwerk wird dringend angeraten!

 

 

Steyr als UNESCO CREATIVE CITY

Steyr bewirbt sich als UNESCO CREATIVE CITY, Thema: traditionelles Handwerk, Gastronomie, Weltkulturerbe. Nähere Informationen liegen dem SKB vor.

 

 

Steyr als Friedensstadt

Gerade vor dem Hintergrund der „kriegerischen Vergangenheit“ Steyrs (Waffenproduktion, KZ Außenlager, etc. ) würde das Bekenntnis zur Friedensstadt einen möglicherweise notwendigen, "heilsamen" Ausgleich im Selbstverständnis der Stadt bilden.

  


1. Image, Ambiente, Geschichte, Kulturtourismus

 

Steyrs Image ist überwiegend traditionell geprägt (als Eisenstadt, Christkindl, Romantikstadt, Arbeiterstadt).

Die Formulierung einer an der Gegenwart und Zukunft orientierten Corporate Identity der Stadt Steyr (basierend auf der Präambel des KEP 2008), die auf dem historischen Selbstverständnis der Stadt aufbaut – dieses aber ausbaut! – ist ein wichtiger Schritt.

Ebenso die gezielte Kommunikation und das Marketing einer solchen CI.

Hier herrscht Handlungsbedarf.

 

Gepflegt werden sollte ein authentisches und unverwechselbares Image, das Steyr auch als moderne, zukunftorientierte und internationale Kunst- und Kulturstadt präsentiert. Als eine Stadt, die offen für Innovationen und Herausforderungen der Zukunft ist, die Vielfalt begrüßt und vielfältige Angebote für Bewohner und Besucher bereit hält.

Wesentlich ist, dass auch die Jugend und ihre Vorstellungen sowie Entwicklungen in der Jugendkultur darin präsent sind.

Wiederum gilt es, die Verbindung zwischen Kultur und Natur im Flair und Ambiente der Stadt zu nutzen.

(Siehe auch “Wasser” – Flüsse – Y !)

  

Kulturtourismus sollte zu einem hochrangigen Anliegen der Stadtverantwortlichen werden.

Kulturhistorische Schwerpunkte sollten verstärkt durch zeitgenössische Kunst und Kultur unter Einbindung der lokalen Kunst- und Kulturschaffenden präsentiert werden.

 

Zeitgemäße, zukunftsorientierte Kulturvermittlung ist anzustreben.

 

Großereignisse in OÖ sollten verstärkt genutzt werden, um auch Steyrer Kunst zu platzieren (Landesausstellung, Festival der Regionen, Literaturtage Schlierbach,etc.)

Das Image der "Christkindlstadt" würde von einer massiven Aufwertung des Weihnachtsmarktes profitieren.

Jahrmarktkarussell am Weihnachtsmarkt ?  -

Oder vielleicht doch lieber "Traditionelles Handwerk (Stichwort:Eisenstadt) begegnet Modernem Kunsthandwerk" (Stichwort: Gleinker Martinimarkt...Qualität ist leistbar und lohnt sich...)

 

Welche Geschichte kann Steyr erzählen? Welche Geschichte steckt in Steyr?

(Am Beispiel Landshut/Landshuter Hochzeit ist zu erkennen, wie ein kultureller Großevent die gesamte Stadt aktiv einbinden, wesentliches zum Tourismus beitragen und zu einem positiven, über die Landesgrenzen hinweg wirksamen Image der Stadt führen kann.)

 

Welche kulinarischen Besonderheiten der Region sind nutzbar?

(Kochsendungen sind extrem "in"... Und Köstlichkeiten können wahre Wahrzeichen werden. Stichwort Mozartkugel - "Steyrer Schnallen")

 

Es sind Ideen gefragt, wie die Medien und insbesondere die "Neuen Medien" effizienter zu nutzen sind.

Kooperationen mit ansässigen Schulen und der Industrie sind vermehrt anzulenken, um das innovative Potential in diesen Bereichen zugänglich zu machen.

 

Es gilt Besonderheiten zu definieren und Potential zu erkennen. Vielleicht kann die Stadt Steyr ein würdiges Wahrzeichen entwickeln?

(Maskottchen? Mini-Taschenveitel als Schlüsselanhänger? Kleine "Y" aus Schmiedekunst?)

 

 

2. Angebot, Vielfalt, Engagement

 

Ein Angebot, das von Vielfalt geprägt ist und mit Engagement und Weitblick entwickelt wird, ist wesentlich für das kulturelle Leben und Überleben jeder Region. Es gilt Regionales u. Traditionelles zu pflegen, aber auch Neues, Ungewöhnliches, Innovatives zuzulassen und zu fördern.

Gewohnheit darf nicht blind machen, und Qualität statt wahlloser Quantität kann sich bezahlt machen.

Lokale Besonderheiten der einzelnen Stadtteile sind zu beachten, spezielle Schwerpunkte für jeden Stadtteil zu entwickeln. (Denkanstoß: Kulturhaupstadtteil Linz09: www.linz.at/presse/2008/200811_42155.asp)

             Dem SKB liegt das Konzept für ein Projekt "Skulpturenpark" vor!

(Stadtteilbezogene Skulpturen als "Leitfiguren", "Auf den Spuren der Leitfiguren Steyr erforschen")

 

(Weitere) Sinnvolle Maßnahmen wären unter anderem:

 

·       Kunst und Kulturschaffenden, die Nischen besetzen, eine bessere Präsentation ihrer Werke zu ermöglichen, und damit das Angebot zu verbessern und breiter zu streuen

·       Junge Talente zu fördern (Wer die Jugend hat, hat die Zukunft) –

auch in Kooperation mit Bildungsverantwortlichen und Lehrern und Steyrer KünstlerInnen.

(Workshops für Schüler anzubieten, Schultheatergruppen professionell künstlerisch zu betreuen,

Schreib-/ Mal-/ Foto- und Kurzfilmwettbewerbe ins Leben zu rufen.

(Veröffentlichung kann ein guter Ersatz sein für finanzielle Preise!)

Ebenso ist ein kreativer Ideenwettbewerb denkbar: Wie soll Steyr (kulturell gesehen) in zehn bis zwanzig Jahren aussehen? – Die Schüler würden einerseits angeregt zu einem kreativen Gemeinschaftsprozess, andererseits ist so ein Eindruck zu gewinnen, wie die Bürger der Zukunft sich Steyr wünschen.

·       Wettbewerbe zu schaffen, Preise zu vergeben, "Ideenpools" anzuregen und betreuen...

·       Regionale Kunst u. Kultur zu bewahren und weiterzuentwickeln (Bestehendes Angebot festigen aber auch hinterfragen und neue Entwicklungen zulassen)

·       Optimale Unterstützung seitens der Stadt Steyr für Veranstaltungen wie das bereits seit Jahren etablierte Fest „ Auf da Gasen“ in Steyrdorf zu bieten

·     Multikulturelle, der Bevölkerungsentwicklung angepasste Veranstaltungen zu etablieren

(Interesse und Akzeptanz der Konsumenten ist da noch ausbaufähig. Z. B. Integrationsfest Gleink)

·       Themenbezogene Großereignisse in Abstimmung mit der Region und den Wünschen der Bevölkerung zu veranstalten

(Eine Aufwertung des Stadtfestes vom kollektiven Besäufnis hin zu einer Veranstaltung der Begegnung und des gastronomischen wie kulturellen Genusses ist wünschenswert. Überlegung: Die Bürgerschaft sollte sich mit einem Stadtfest identifizieren können – Womit identifizeirt man sich auf dem Steyrer Stadtfest?)

·     Internationalität zu fördern

U.A. in Kooperation mit den Tourismusverantwortlichen.

Wie können außerdem erfolgreiche Künstler aus der Region (Erich Hackl, Maria Hofstädter, Birgit Minnichmayr...) an die Region "gebunden" werden? – Sie können wesentlich zu einer positiven Wahrnehmung der Kulturlandschaft beitragen. Was kann das Vermächtnis verstorbener Künstler zum Image der Stadt /Region beitragen?

(Mit z.B. Schubert, Schumann, Th. Bernhard... schlummert hier ein großes Potential)

·     Kulinarische Besonderheiten zu beachten

Gastronomisch lässt Steyr noch einiges zu wünschen übrig, gehobene Gastronomie hat es immer schwer, außerhalb der Tourismussaisonen mit dem lokalen Publikum zu überleben, ist aber ein Anziehungspunkt für Kulturtouristen!

·     Private Initiativen zu unterstützen und zu nutzen

(Siehe Citykino, Steyrer Schnallen, Filmreihe Neues-Bewußtsein, geplante Projekte ansässiger Künstler...)

 

!

·       Qualität hat einen Preis – Künstler müssen mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten können

·       Qualtität muss leistbar sein – Das künstlerische und kulturelle Angebot muss auch finanziell schwächer Gestellten zugänglich sein

 

Das Engagement gemeinnütziger Institutionen sowie ehrenamtlicher Personen(kreise) ist kritisch zu betrachten.

Wie auch im sozialen Bereich darf Staatliche-/Städtische Verantwortung nicht auf Private abgeschoben werden und

deren Selbstausbeutung ist durch verantwortungsvolle Maßnahmen Vorschub zu leisten.

 

Notwendig ist es z.B.:

·     Stetigen Dialog zwischen professionellen Stellen (Ämter), Kunst u.-Kulturschaffenden und ehrenamtlichen Funktionären herzustellen und ein sinnvolles Miteinander zu gestalten.

·     Bürokratische Abläufe zu vereinfachen

·     Die Freude am Ehrenamt anzuerkennen (Weg von der "Was nix kost' is nix wert"- Einstellung!) und zu nutzen, aber nicht in Ausbeutung ausarten zu lassen

·     Sinnvolles und nachvollziehbares Sponsoring unter Aktivierung "privater Sponsoren" aus der Wirtschaft auf partnerschaftlicher Basis einzuführen

·     Nachwuchsarbeit permanent zu fördern. (Der Generationswechsel verläuft ja immer fließend) – Besonders die Bemühungen kulturell engagierter Lehrkräfte sind hier zu unterstützen.

·     Jungen Künstlern Auftritts-/Ausstellungs-/Vortragsmöglichkeiten zu bieten, auch so sind die "Stars der Zukunft" an die Stadt zu binden

·     Anerkennung für vollbrachte Leistungen zu gewähren - nicht nur finanziell, sondern durch die Möglichkeit der Veröffentlichung, Präsentation in den Medien, Preisverleihungen (auch Sachpreise/Dienstleistungen usw. , Möglichkeiten von Sponsoring durch ansässige Wirtschaftsbetriebe ausloten)

·     Schwerpunkte und Leitprojekte zu initiieren

·     KünstlerInnen, Kulturschaffende und BürgerInnen im Rahmen eines integrativen, inspirierenden, kreativen Prozesses in die Landesaustellung 2021 einzubinden, ("Steyrer machen Stimmung", "Jeder ist ein Künstler"...)

Um gemeinsam ein anspruchsvolles Rahmenprogramm zur Ausstellung zu entwickeln.

 

Wie können entsprechende Abteilungen des Magistrats effizient und unbürokratisch als Dienstleistungszentrum/Vernetzungsstelle zwischen den "Produzenten", den "Konsumenten" und den Vermittlern von Kultur, Kunst, Unterhaltung fungieren?

 

Die Chancen rund um die Landesausstellung 2021 sind unbedingt zu nutzen.

 

Ein "Jahr der Kultur" in Steyr ? Steyr als Kulturhauptstadt 20XX ? (Alles beginnt mit einer mutigen Idee!)

 

Konkrete Projekte, die bisher besonders vernachlässigte Bereiche aktivieren wären zum Beispiel:

 

  • Ein nationales/internationales Chorfestival, das einen Bogen von alter Musik zu zeitgenössischen Werken spannt und die örtlichen Gegebenheiten optimal nutzt. (Z.B. kleine Ensembles für alte Musik in einer der modernen Kirchen wie etwa am Resthof, in Münichholz, auf der Ennsleite... größere Besetzungen mit modernen Werken am Stadtplatz aufzuführen etc.)
  • Kinder- und Jugendkulturprojekte
  • Stadtteil-Belebung durch kulturell anspruchsvolle, phantasievolle Feste à la Steyrdorffest "Auf da Gassn"
  • „Forum Metall Steyr“, (moderne!) Kunst im öffentlichen Raum!
  • Skulpturenparkplätze! (Gelungene Umsetzung: siehe Linz Donaulände, etc.)
  • Eine Moderne Galerie
  • Projekte im Sinne von "Artists in Residence"

Eine Möglichkeit wäre hier in Kooperation mit Wirtschaftstreibenden (Firma Reichenpfader z.B.) einen „Stadtgeschichtenschreiber“ /"Stadtmaler"... für jeweils einen bestimmten Zeitraum nach Steyr einzuladen. Diesem Künstler wäre eine zentral gelegene Wohnung zur Verfügung zu stellen, die entstehenden Werke wären in lokalen, in regionalen aber auch in nationalen Medien zu veröffentlichen.

Eine Kooperation mit örtlichen Verlegern wäre anzudenken.

(Sollten interessierte Talente sich zusammenfinden wäre eine Theateraufführung/ein Konzert jugendlicher Schauspieler/Musiker unter der Regie eines "prominenten Profis" denkbar – Aufführung am Stadtplatz, im Schlossgraben, im Rahmen von Sommerfestspielen. Ansässige Theatermacher sorgen für eine Basisausbildung im davor laufenden Schuljahr...)

  

 

3. Bevölkerung, Publikum und Zielgruppen

 

Die Bindung der Steyrer Bevölkerung an das vorhandene kulturelle und künstlerische Angebot gilt es zu stärken. Dies trifft auch auf das Kulturverständnis und die Akzeptanz von Kunst und Kultur zu.

Dem Interesse und den Bedürfnissen der Bevölkerung ist entgegenzukommen und zugleich lässt sich der "Kulturhorizont" des Publikums kontinuierlich erweitern durch Verbreiterung des Angebots.

So ist zu vermeiden, dass das lokale Publikum über kurz oder lang abwandert.

Das relativ große Einzugsgebiet ist als Standortvorteil zu betrachten, der allerdings noch zu wenig erkannt und genutzt wird. Derzeit gelingt es in nur geringem Ausmaß, Publikum aus den umliegenden Regionen anzuziehen und dauerhaft an das Angebot zu binden.

Steyr beheimatet eine beträchtliche Anzahl von SchülerInnen und StudentInnen. Deren verstärkte Einbindung in die kulturelle Entwicklung und das künstlerische Geschehen der Stadt ist eine Aufgabe, die unverzüglich in Angriff zu nehmen ist.

Es gilt sowohl, spezifische Gesellschaftsgruppen auf adäquate Weise anzusprechen und mit entsprechenden Angeboten zu versorgen, als auch eine möglichst "bunte Durchmischung" des Publikums zu erreichen, wo das möglich und passend ist.

 

Auf Barrierefreiheit ist in jeder Hinsicht zu achten.

             Produktionen im Schlossgraben sind für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, schlecht zugänglich,

für Rollstuhlfahrer nahezu unerreichbar. Der Spielort verfügt über keine Rampe

 

Auch hohe Eintrittspreise stellen eine Art Barriere dar. Ermäßigungen für finanziell schwächer Gestellte sollten unbürokratisch in Anspruch genommen werden können.

Welche Zielgruppen sind wie zu erreichen?

 

"Rezensionen und nicht nur Vorankündigungen" auch kleinerer Veranstaltungen ?

 

Zu klären wäre, wie es möglich ist, die Bevölkerung mit vielen lebendigen, berührenden, und sinnlich erfahrbaren Formen von Kunst und Kultur zu erreichen. (Als Metapher: Man kann nicht nur von Kochrezepten reden sondern man darf die Rezepte kochen, kosten, essen...) Um die Menschen mehr mitwirken zu lassen, sie miteinzubeziehen, zu motivieren, sie Kultur ganzheitlich erleben zu lassen.

(Partizipation der BürgerInnen – Denkanstoß: Entstehung der Linzer Klangwolke; www.klangwolke.at/index.php/geschichte)

 

Der öffentliche Raum sollte spontan und kreativ genutzt werden können.

Der öffentliche Raum ist für alle da, ist Lebensraum, sollte belebt und belebend sein.

 

Zielgruppenorientiertes Marketing kann dazu beitragen, die Auslastung der Veranstaltungen zu erhöhen.

Besonderer Bedacht ist hierbei auch auf eine verstärkte Ansprache von Personen zu nehmen, die in Steyrer Unternehmen arbeiten.

 

Neben der Aufrechterhaltung des vielfältigen Angebotes sollten Schwerpunkte auf qualitativ hochwertigem Niveau gesetzt werden, um verstärkt überregionales und internationales Publikum anzusprechen.

Dies jedoch ohne sämtliche Mittel dabei aufzuzehren, sodass auch für die Förderung der "Kleinen Kunstszene" genug Spielraum bleibt.

 

Außerdem bedarf es disziplinenübergreifender Angebote (z. B. zwischen Musik, Bildender Kunst und Literatur), um das vorhandene Publikum besser untereinander zu "vermischen".

 

Steyrer Kunst und Kultur wirkt integrativ.

Durch die Identifikation mit dem vorhandenen Kunst- und Kulturprogramm soll die Bevölkerung selbst ein »Multiplikator für individuelle Öffentlichkeitsarbeit« werden (Mundpropaganda...)

Alle Altersgruppen und sozialen Schichten sind einzubinden und sollten die Möglichkeit zur kulturellen und künstlerischen Entfaltung finden. Ein interessantes Kunst- und Kulturangebot sollte in Steyr auch als Mittel der sozialen Integration und gesellschaftlichen Entwicklung verstanden werden.

Daher ist für alle sozialen Gruppen und für alle Altersgruppen ein möglichst bedarfsgerechter Zugang zu künstlerischen und kulturellen Angeboten, sowohl im Sinne des »Konsumierens« als auch des »Produzierens«, sicher zu stellen. Insbesondere betrifft dies sozial benachteiligte Gruppen, für die hier besondere Maßnahmen entwickelt werden sollten.

Besondere Beachtung soll den in Steyr arbeitenden Menschen geschenkt werden, die verstärkt durch Kunst- und Kulturangebote angesprochen werden sollten.

 

SchülerInnen und StudentInnen bzw. Kinder und Jugendliche sollen von Kunst und Kultur in Steyr ebenfalls besonders angesprochen und ins kulturelle Geschehen eingebunden werden.

Kinder- und Jugendkultur sind demnach gezielt zu fördern, insbesondere in Zusammenarbeit mit den bestehenden Bildungseinrichtungen (Schulen, Fachhochschule, außerschulische Einrichtungen, Jugendzentren) und auf Jugendkultur ausgerichtete Kulturvereine sind zu unterstützen und beleben, auch durch Einbeziehung lokaler KünstlerInnen.

Eine stärkere Einbindung der Schulen in das kulturelle und künstlerische Angebot ist hier ebenso gefragt wie die Aktivierung künstlerischer Talente und kultureller Interessen im Rahmen des bestehenden Schulbetriebes.

Dabei soll insbesondere auf die inhaltlichen Schwerpunkte des Kulturentwicklungsplans aufgebaut werden, etwa indem spezifische Angebote im Literaturbereich gesetzt werden (z. B. Leseförderung durch Einbindung von Steyrer Schriftstellerinnen und Schriftstellern).

Lobend ist hier das Engagement der Stadtbücherei zu erwähnen, die trotz reduzierter personeller Ressourcen ihrem "Bildungsauftrag" vorbildlich nachkommt.

 

Als beispielhafte Maßnahmen zur Erreichung der Leitziele bieten sich insbesondere an:

·       Workshops, Kurse, Internetplattformen, Interessensgruppen à la Fotoclubs, Preisausschreiben, Märkte, Lesungen... (wenig beachtet scheint hier bis jetzt das Engagement der Pfarrgemeinden, beispielhaft ist z.B. die "Bespielung" des Berglgrabes in Garsten, welche die öffentliche Wahrnehmung auch Überregional erhöht hat und so wiederum erhebliche Summen für die Restaurierung lukrierte.)

·       Jede Firma in Steyr und Umgebung sollte das Amtsblatt kostenlos bekommen und sich vermehrt bemühen, Mitarbeiter zu motivieren, ein Netzwerk Interessierter aufzubauen (Veranstaltungen gesammelt buchen, Mitfahrgelegenheiten koordinieren...)

·       Privatbesitzer von Steyrer Kunstwerken könnten motiviert werden, ihre "Sammlungen" in dafür entwickeltem Rahmen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

·       Die Motivation und Unterstützung der Kunst- und KulturpädagogInnen an den Steyrer Schulen und die besondere Zugänglichkeit von Kulturveranstaltungen für die Schulen

  • »Steyr-Woche« und »Tag der Kunst und Kultur« an den Schulen
  • Kooperation mit Jeunesse - Musikalische Jugend Österreichs zur Veranstaltung von Kinder- und Jugendkonzerten in Steyr
  • Zusammenarbeit namhafter MusikerInnen mit Musikschulen und Jugendorchestern
  • Workshops / Gastauftritte von Steyrer Künstlern an den Schulen
  • Einführung einer möglichst unbürokratisch erhältlichen Ermäßigung für sozial benachteiligte Personen bei allen Kunst- und Kulturveranstaltungen in Steyr
  • Öffnung von Bühnen/Veranstaltungsorten für Schülerprojekte (vom Proberaum/Atelier bis zur Aufführung/Ausstellung)
  • Die Aufwertung von vorhandenem Raum/bestehender Infrastruktur zum "Haus der Kultur", wodurch eine Basis für die Weiterentwicklung vieler Ideen und Projekte geschaffen würde
  • Schulen, Musikschulen, Fachhochschulen, BFI und andere Bildungsträger zu „Kulturplattform/Netzwerktreffen“ einladen!

  

4. Migration und Interkulturalität

 

Migration (war im "Meltingpot-Österreich" von Anfang an und) ist in einer globalisierten und sich in Umbruch befindenden Gesellschaft ein essenzielles Thema!

Die Moderation und Mediation dieses Prozesses liegt (auch) in der Verantwortung der Stadtregierung!

Das Thema Migration kann nicht nur das Thema von caritativen Organisationen sein.

"Neue BürgerInnen", oder solche, die es werden wollen, sind nicht als hilfsbedürftige, wohlstandbedrohende Bittsteller zu betrachten, sondern haben die Gelegenheit zu bekommen, sich konstruktiv einzubringen.

Steyr hat eine vielfältige interkulturelle Bevölkerung. (Das ist gegenwärtige, chancenreiche Wirklichkeit, nicht eine zukünftige Bedrohung, wie Rechtspopulisten glauben machen wollen.)

Die Anwesenheit verschiedener migrantischer Gruppen in Steyr ist als Bereicherung zu verstehen und als Chance zu ergreifen!

Dem interkulturellen Dialog, gegenseitiger Toleranz und Aufgeschlossenheit ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Gemeinsame Konzepte und Orte der laufenden und kontinuierlichen Begegnung sollten geschaffen werden.

Migrantische Kunst und Kultur muss zu einem selbstverständlichen Teil der kulturellen Identität von Steyr werden.

 

  

Als beispielhafte Maßnahmen zur Erreichung der Leitziele bieten sich insbesondere folgende an:

  • Schaffung  oder Adaptierung eines Veranstaltungsortes mit einem regelmäßigen migrationsbezogenen Kunst- und Kulturangebot
  • Veranstaltungen unter Zusammenarbeit von Künstlern oder Laien unterschiedlicher Nationalitäten/kulturellen Hintergründe
  • Filmreihen zum Thema
  • Niederschwellige integrativ-kulturelle Projekte an Schulen, in Vereinen, Sportclubs
  • Sichtbarmachung kultureller Aktivitäten einzelner Ethnien
  • Ein "Haus der Kultur" auch als "Haus der Begegnungen" etablieren
  • Verstärkte Förderung von migrantischer/interkultureller Kultur
  • Kampagnen im Sinne von "Unterschiede vereinen – Vielfalt ist Reichtum"
  • Kooperation mit Gleichbehandlungsverantwortlichen, um die Rolle der Frau/die Position der Frauen in allen Bildungs- und Gesellschaftsschichten zu stärken
  • Kooperation mit Bildungseinrichtungen, um Sprachbarrieren und gegenseitige Vorurteile abzubauen
  • Verstärkte Berücksichtigung des interkulturellen Dialogs bei der zukünftigen Ausrichtung des Stadtfestes

 

Auch hier sollten "RundeTische", "Ideenbörsen", vernetzte Kooperationen angeregt werden!

 

  

Eines von möglichen konkreten Projekten, das dem SKB am Herzen liegt, sei hier skizziert:

Interkulturelle Gärten

In interkulturellen Gartenprojekten begegnen einander Menschen mit unterschiedlichen ethnisch-kulturellen Hintergründen und Lebensweisen sowie aus verschiedenen sozialen Milieus und Altersgruppen.

Bei den in den Gärten Aktiven handelt es sich um Akteure, die häufig alles in ihren Ursprungsländern zurücklassen mussten – nicht nur ihr Hab und Gut, sondern auch ihre sozialen Bindungen u. Zugehörigkeiten.

Ein interkultureller Garten bietet ihnen nun die Möglichkeit, zumindest einen Teil dieser Verluste wieder auszugleichen.

Außerdem gibt ein interkulturelles Gartenprojekt auch sozial geschwächten Österreicherinnen die Chance, ihre Lebenssituation zu verbessern, sei es durch Ersparnisse bei Lebensmittelkosten, sei es durch vermehrte Sozialkontakte, die das Leben aller GartenaktivistInnen bereichern.

Dies ist vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Krisen und steigender Arbeitslosigkeit ein nicht zu unterschätzender Beitrag zur Verhinderung/Linderung von Armut und zur Stärkung regionaler Autonomie.

DieProjektidee wurde erstmals in Göttingen verwirklicht, weitere Interkulturelle Gärten befinden sich unter Anderem in Salzburg, Wien und Graz.

Enge Kooperation mit etablierten Institutionen (Paraplü...) sowie engagierten Gärtnern/Landwirtschaftlichen Betrieben in der Region ist denkbar.

 

5. Infrastruktur und Räume

 

Die vorhandene räumliche und technische Infrastruktur sowie die Modalitäten zur Nutzung sind verbesserungsbedürftig  -

Stichwort: Altes Theater, Stadttheater, Stadtsaal…

Eine bessere Nutzung der Standorte mit effizienter Vernetzung und Koordination der Veranstalter, , würde zusätzliche die Chancen erhöhen, dass jedes kulturelle/künstlerische Angebot auch den passenden Raum/Ort findet.

Es wird kritisiert und festgehalten, dass die in Rechnung gestellten Mietkosten und Kosten für Sachleistungen (z.B. Sesselverleih, Licht- und Tontechnik) dennoch regelmäßig die Budgets der Initiativen übersteigen.

 

Handlungsbedarf besteht u.A. in folgenden Belangen:

·       Ein Ausbau der kulturellen Infrastruktur muss begleitet werden von einem Ausbau der Erreichbarkeit mit öffentliche Verkehrsmittel – so diese zurzeit überhaupt gegeben ist

(Anm.: zu öffentlichem Verkehr: Stadtrat Hauser zeigt sich hier gesprächsbereit)

·       Die Erschließung ungenützter Bauten und öffentlicher Räume ist voranzutreiben

(Anm.: siehe Verein Fruchtgenuss und Leerstanddebatte in Linz)

·       Veranstaltungsräume bedürfen der Modernisierung und Ausstattung mit zeitgemäßer Technik

(Anm.: ein Blick auf die Website der Institutionen zeigt nach wie vor Verbesserungsbedarf, wenngleich gegenüber Stand 2008 schon Verbesserungen eingetreten sind)

·       Kostengünstige und/oder unentgeltliche Bereitstellung von Räumlichkeiten

(Anm.: Mietkosten wurden bereits gesenkt, Bewegung ist auch in die Debatte um die Lustbarkeitsabgabe gekommen; für gemeinnützige Vereine besteht immer noch Verbesserungsbedarf)

·       Zugang zur Infrastruktur kann durch bessere Vernetzung optimiert werden

(Anm.: hier fehlt nach wie vor die zentrale, redaktionell geführte Stelle; viele Plattformen der verschiedenen Institutionen – Stadt, Marketing, Tourismus,… - stellen Angebote ins Netz, eine Koordination/Abstimmung fehlt jedoch)

 

Mögliche Maßnahmen:

·       Inventur und Evaluierung der Räumlichkeiten (Anm.: tw. geschehen, noch viel zu verbessern)

·       Initiative zur zeitgemäßen Ausstattung der städtischen Kulturräumlichkeiten hinsichtlich Technik, und Möblierung; Zuständigkeiten in Sachen Veranstaltungstechnik (Anm.: Evaluierung notwendig, inwieweit geschehen, wer dafür verantwortlich ist, und wo man weiter ansetzen kann)

 

·       Initiative zur zeitgemäßen Ausstattung der gemeinnützigen Kulturräumlichkeiten

(Anm.: Evaluierung)

·       Erarbeitung eines Organisationsmodells um städtische Räumlichkeiten für gemeinnützige Veranstaltungen günstig bzw. kostenlos bereit zu stellen(Anm.: offen)

·       Modernisierung und Neugestaltung des Stadtarchivs (Anm.: Landesausstellung)

·       Ankauf der Schlossgalerie durch Stadt und Adaptierung als Museum moderner Kunst(Anm.: Begriff „moderne Kunst“ muss durch zeitgenössische Kunst bzw. Gegenwartskunst ersetzt werden; zum Zwecke dieser Ausstellung sollte auch ein zeitgemäßer Raum gefunden werden: Neubau?)

·       Räumlichkeiten für literarische Nachlässe von Steyrer Autoren (Anm.: Raum gilt es noch zu finden; vielleicht in Verbindung mit einem Literatur Wettbewerb; Ansprechpersonen: Fr. Marlene Krisper, Hr. Till Mayrhofer; Institutionen: www.literaturnetz.at)

·       Einbeziehung des öffentlichen Raumes in das Kulturgeschehen (Anm.: Stichwort Skulpturenpark von Mario Werndl; Stichwort Raum am Wasser mit all seinen Möglichkeiten und Gefahren – Arbeitsgruppen?)

·       Anlassbezogene Bereitstellung von öffentlichen Verkehrsmitteln(Anm.: Gratisfahrt soll möglich werden; Ansprechpartner SR Hauser; scheinbar muss es einfach gemacht werden, organisiert werden, angefragt werden – zu prüfen ist der tatsächliche Bedarf; vielleicht besser: Sammeltaxi?)

 

Neuere Erkenntnisse:

Die Landesausstellung 2021 in Steyr wird die Räume aufwerten – wie umfassend und nachhaltig bleibt abzuwarten. Einige derzeitige SKB Mitglieder sind schon in die vororganisatorischen Tätigkeiten eingebunden, weshalb hier ein Hebel für zielgerichtete Arbeit mitsamt Informationsaustausch zu finden sein wird. Diese Chance gehörte genutzt.

Vielleicht kann in diesem Zusammenhang auch die webbasierte Plattform für Vernetzung und Verzeichnis der (zumindest städtischen) Kulturräumlichkeiten eingerichtet werden und das vorliegende breite, unübersichtliche und lückenhafte Angebot soweit sortiert werden, dass sich ein übersichtlicher Standard durchsetzt.

Dazu ist die Bildung einer schlagkräftigen fächerübergreifenden und Institutionen übergreifenden Organisationsgruppe, welche möglichst öffentlich und transparent arbeitet, notwendig.

 

 

6. Kommunikation, Koordination und Vernetzung

 

"Zwar sind Bemühungen zur Vernetzung der Aktivitäten von Steyrer Kunst- und Kulturschaffenden ansatzweise zu erkennen, die fehlende umfassende Vernetzung zwischen den künstlerischen und kulturellen Akteurinnen und Akteuren ist allerdings als klare Schwäche zu benennen.

Dies wird etwa bei der mangelnden Abstimmung von Veranstaltungsterminen deutlich, wodurch es zu Terminkollisionen, Doppelreservierungen und unübersichtlichen Programmen kommt.

Auch das weitgehende Fehlen von Synergien wie beispielsweise gemeinsamen Marketingaktionen oder einer zentralen Kartenverkaufsstelle für den gesamten Kunst- und Kulturbereich fällt darunter." (KEP 2008; S 25)

 

Potenzial liegt brach, so etwa bei der Einbindung von Kunst- und Kultureinrichtungen/Kulturschaffenden in städtische Veranstaltungen, der kulturellen Zusammenarbeit mit anderen Städten und Gemeinden, dem interkulturellen Austausch oder bei Projekten zwischen Schulen und Kunst- und Kulturschaffenden.

Im Bereich der öffentlichkeitswirksamen Bewerbung des Kunst- und Kulturangebots sind weitere Defizite zu erkennen.

Vor allem das fehlende Wissen über  den  bestehenden Internet-Veranstaltungskalender  bzw. dessen fehlende Praktikabilität, die zu lange Vorlaufzeit bei bestehenden Ankündigungssmöglichkeiten der Stadt Steyr oder die fehlenden bzw. unzureichenden Plakatiermöglichkeiten müssen hier genannt werden.

(Anm.: Die Veranstaltungskalender der „Steyr.at“ Seite und der „Steyr.info“ Seite bewerben verschiedene Veranstaltungen für denselben Tag. Diese Seiten müssen vernetzt werden und das gleiche Angebot darstellen. Eine zentrale Anlaufstelle ist hier sehr notwendig.)

 

Wie bereits im KEP 2008 gefordert ist auch heute noch eine zentrale Anlaufstelle für alle Kulturveranstaltungen und eine gezielte Bewerbung von Nöten.

 

"Die Chance, aus der kulturellen Vielfalt heraus ein  gut  funktionierendes Netzwerk zu knüpfen, welches  für  die kulturelle Weiterentwicklung  der Stadt  arbeitet,  sollte  nicht  ungenützt  bleiben.  Die  Bündelung  von  kulturellen Ressourcen,  der  Abbau  von  Misstrauen  und Neid, die Findung von neuen Partnerschaften (z.B. mit Wirtschaft oder Wissenschaft), gemeinsame  Werbeaktionen  und  damit  verbunden eine Kostenersparnis, die optimierte Terminkoordination und eine Vermeidung eines Überangebotes an bestimmten Tagen, die Entwicklung von übergreifenden Ideen und Projekten oder die erhöhte Aufmerksamkeit durch ein gemeinsames Auftreten (insbesondere in den Medien) wären weitere Chancen, die sich aus einer stärkeren Vernetzung ergeben." (KEP 2008; S 25)

 

Konkret ist Handlungsbedarf in folgenden Angelegenheiten gegeben:

  • Veranstaltungen sind terminlich zu koordinieren und Termine in einem gemeinsamen Medium anzukündigen.
  • Vorhandene Medien werden für Kulturinformation und -werbung weit eichend genutzt. In  den  zur  Verfügung  stehenden  Medien sollten  die  Steyrer  Kunst-  und  Kulturangebote aber besser  präsentiert  werden.  Dies  betrifft  etwa die  Vorankündigungen  und  Nachberichterstattungen  von  Veranstaltungen  in  Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen, die Erhöhung der Präsenz von Kunst- und Kultureinrichtungen in den regionalen  Medien  oder  die  allgemeine  Vermarktung der Kulturstadt Steyr in den Medien.
  • Die  einzelnen  Kunst-  und  Kultureinrichtungen sowie freie Gruppen sollten darüber hinaus bei ihrer  Öffentlichkeitsarbeit  vom  Magistrat  der Stadt Steyr unterstützt werden.
  • Schaffung  von  redaktionell  betreuten,  kulturjournalistisch  hochwertigen,  attraktiven und  übersichtlichen  Informations-  und  Kommunikationsmöglichkeiten für die Darstellung, Ankündigung  und  Rezension  von  Veranstaltungen und Aktivitäten im Steyrer Kunst- und Kulturbereich  (Broschüren,  Folder,  Plakate, Amtsblatt der Stadt Steyr und Internet).
  • Errichtung von Plakatwänden bzw. Litfaßsäulen  in  jedem  Stadtteil,  die  für  Ankündigungen von Steyrer Kunst- und Kultureinrichtungen genutzt werden können und zentral von Stadtmarketing,  Bürgerservice  oder  Fachabteilung für Kulturangelegenheiten betreut werden.

In Steyr wird zurzeit illegal plakatiert, mit Androhung auf Strafe durch das Magistrat.

Es braucht eine saubere, legale und vor allem für alle Kulturtreibenden kostenlose Möglichkeit zu

werben.

  • Sicherstellung  der  Informationsverteilung von  kulturrelevanten  Materialien  (Folder,  Plakate, Flugblätter) an Steyrer Großbetriebe.
  • Der Kartenverkauf sollte zentral und einheitlich abgewickelt werden, das Erwerben von Tickets keine Hürde darstellen,  wozu  die  bestehenden  Möglichkeiten zu  optimieren  sind,  insbesondere  hinsichtlich der Einbindung von kleineren Kunst- und Kultureinrichtungen sowie freien Gruppen.
  • Die  Steyrer  Kunst-  und  Kulturschaffenden sollen  sich  stärker  vernetzen  können,  um  die Kommunikation, Koordination und Kooperation zu optimieren. Gezielt unterstützt werden sollen Kooperationen zwischen mehreren Kunst- und Kultureinrichtungen bzw. freien Gruppen, interdisziplinäre  Projekte  und  kooperative  Modelle zur Nutzung von Synergien. Auch mit den Steyrer Partnerstädten soll ein stärkerer Austausch in kulturellen Belangen erfolgen.
  • Betriebsräte sollten mehr in die Veranstaltungsbewerbung eingebunden werden.

 

 

7. Politik und Verwaltung

 

Der Beschluss zur Erstellung eines Kulturentwicklungsplans kann als deutliches Bekenntnis der politischen EntscheidungsträgerInnen zu kontinuierlicher Weiterentwicklung der Stadt Steyr im künstlerischen und kulturellen Bereich betrachtet werden.

Die Politik in Steyr hat erkannt, dass dem Bereich Kunst und Kultur bis jetzt zu wenig Bedeutung beigemessen wurde. Sie hat zugestimmt, diesem Zustand entgegenzuwirken und die Situation zu verbessern.

 

Neben dem Fehlen von geeigneten Beteiligungsmöglichkeiten an kulturpolitischen Entscheidungen für Kunst- und Kulturschaffende und der zu geringen Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Kunst, Kultur und Politik wurde bereits im KEP 2008 eine fehlende Service- und Dienstleistungsstelle für alle im Kunst- und Kulturbereich aktiven Menschen bemängelt.

 

Bereits im KEP 2008 wird von den politischen EntscheidungsträgerInnen ein klares Bekenntnis zum hohen Stellenwert von Kunst und Kultur für die städtische Entwicklung gefordert.

Die Politik hat den gesellschafts- und sozialpolitischen sowie wirtschaftlichen Wert von Kunst und Kultur zu erkennen und entsprechend zu fördern.

 

Wohl hat sich die Zusammenarbeit zwischen Kultur und Politik seit der Veröffentlichung vom KEP 2008 deutlich verbessert, die „Brücke“ allerdings scheint noch nicht ganz greifbar zu sein.

 

Erfolgreich umgesetzt wurde die Einrichtung und Verankerung eines ständigen Kulturbeirates mit beratender Stimme. Dadurch wurde eine stärkere Vernetzung zwischen Kulturschaffenden und politischen EntscheidungsträgerInnen wesentlich erleichtert.

 

Anzustreben wäre die jährliche Organisation und Durchführung eines Treffens aller Kunst- und Kulturschaffenden von Steyr. Die Fachabteilung für Kulturangelegenheiten des Magistrats Steyr könnte sich hier als wichtige Drehscheibe etablieren, die als zentrale Dienstleistungs- und Servicestelle fungiert, und sowohl die Nähe zum Bürger als auch zum Kulturschaffenden pflegt. (Stichwort: Kulturplattform)

 

  

8. Finanzierung und Förderung

 

Das Budget der Stadt Steyr für den Bereich „Kultur und Kultus“ beläuft sich derzeit auf weniger als 2% des Gesamtbudgets, und liegt somit deutlich unter dem gesamtösterreichischen Durchschnitt von mindestens 3%!

Kunst und Kultur allerdings sind neben dem Moment der Identifikation eines Menschen mit „seiner Stadt“, und einer damit einhergehenden Steigerung von Selbstverständnis und Lebensqualität auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor.

Kultur hat als Wirtschaftsfaktor anerkannt zu werden.

In einem Land, in dem Tourismus, Kultur und Kulturtourismus wesentliche Wirtschaftszweige sind, ist nachhaltige und natürliche Ressourcen schonende Kulturförderung sicherlich keine "verlorene Liebesmüh'.

Eine lebendige Kulturlandschaft schafft Arbeitsplätze und Mehrwert.

  

Aufgrund zu knapper finanzieller Ressourcen kommt es zu unverhältnismäßigen Verteilungskämpfen, die Verteilung der vorhandenen Förderungsmittel wird häufig als ungerecht empfunden. Existenzielle Not schafft enormen Druck, der kreative Prozesse erstickt

 

Die Verantwortung von Bund und Land Oberösterreich als wichtige Fördergeber für den Steyrer Kunst- und Kulturbereich wird in manchen Bereichen – insbesondere in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kunst- und Kulturträger – als verbesserungswürdig wahrgenommen.

 

Alternative Finanzierungsquellen wie etwa EU- Fördermittel oder Sponsoring werden in Steyr kaum genützt. Insbesondere bei den großen Wirtschaftsbetrieben in der Region ist hier noch Potenzial für die Unterstützung von kontinuierlicher Kunst- und Kulturarbeit vorhanden.

Auch die Chancen innovativer Finanzierungsoptionen wie die Förderung durch überregionale Kreativwirtschaftsprogramme oder Förderprogramme der Europäischen Union können derzeit nur unzureichend genutzt werden. Kunst- und Kulturschaffenden mangelt es häufig an einschlägigen Informationen diesbezüglich.

 

„Der aufgrund der Neuorientierung geforderte höhere Stellenwert von Kunst und Kultur verlangt einen deutlichen finanziellen Mehraufwand. Das Gesamtbudget für »Kunst, Kultur und Kultus« in Steyr soll dementsprechend angehoben werden, um die im vorliegenden Kulturentwicklungsplan formulierten Ziele erreichen zu können und Steyr zu einer Kulturstadt von internationalem Format zu machen. Dies betrifft sowohl die Unterstützung von Kunst- und Kultureinrichtungen als auch von Künstlerinnen und Künstlern. Außerdem sollen die bislang auf mehrere Ressorts verteilten Kompetenzen umfassend und einheitlich beim zuständigen Kulturressort zusammengefasst werden.“ (KEP 2008, S. 31)

 

Notwendige Maßnahmen beinhalten unter anderem:

·   Erhöhung des Kulturbudgets auf mindestens 5 % des Gesamtbudgets der Stadt Steyr

·   Spezielle Förderschwerpunkte auf Basis des Kulturentwicklungsplans (Angebot, Vielfalt, Engagement)

·   Klare Förderrichtlinien

·   Flexible Reaktion auf kurzfristig gestellte Förderansuchen

·   Transparenz

·   Mehrjährige/mittelfristige Fördervereinbarungen für Kunst- und Kultureinrichtungen, die konstante Arbeit leisten und zu verlässlichen Institutionen werden

·   Evaluierung der Kulturförderung

(Wo ist "gewohnheitsmäßige Förderung" möglicherweise nicht mehr angebracht – können Mittel sinnvoll und fair nach Kriterien von Qualität und Engagement umverteilt werden?)

·   Kooperation von Wirtschaftsunternehmen und Kunst- bzw. Kulturschaffenden

·   Einrichtung eines von ortsansässigen Unternehmen finanzierten Förder-Pools

·   "Incentives" seitens der Stadt für fördernde Unternehmen (Preis, Anerkennung, Werbung, Product Placement, Steuerliche Vergünstigungen...)

·   Anregung von Firmen- bzw. Privatsponsoring – Auch Sach- oder Dienstleistungen können hilfreich sein

(Räume, Technik, Material, Requisiten, Gutscheinen, Plakatdruck, Freizeit, Arbeitsleistung, Catering,...)

·   Wertschätzung von Ehrenamtlichkeit

·   Unterstützung von Fort und Weiterbildungsmöglichkeiten für hauptberufliche und ehrenamtliche MitarbeiterInnen im Kunst- und Kulturbereich

·   Förderprogramme für Investitionen, die auf Einrichtungen abzielen, die ein kontinuierliches Jahresprogramm bieten

·   Einrichtung einer Stelle zur Lukrierung von EU-, Bundes- und Landesförderungen

 


9. Kulturentwicklung und Kulturplanung

 

Die Entscheidung zur Durchführung und Umsetzung eines Kulturentwicklungsplans, und die Partizipation von Kunst- und Kulturschaffenden an diesem Projekt kann als deutlich positives Signal der politischen EntscheidungsträgerInnen gewertet werden!

Der Kulturentwicklungsplan 2008 bildet eine Option, die bestehende Kulturentwicklung hinsichtlich Schwerpunktsetzung, Nachhaltigkeit, Planung zu verbessern und dient als Arbeitsgrundlage für die zukünftige Entwicklung der Stadt Steyr.

 

Mögliche Probleme im Umgang mit dem KEP 2008:

·       Ein verantwortungsloser Umgang mit dem KEP, damit einhergehend die Senkung der Motivation der Kunst- und Kulturschaffenden.

·       Zu geringe öffentliche Wahrnehmung des KEP´s

 

 

Hinsichtlich des Bereiches „Kulturentwicklung und Kulturplanung“ gelten immer noch die selben Leitziele, wie im KEP 2008 festgeschrieben.

 

Die Überarbeitung vom Kulturentwicklungplan und dessen Weiterentwicklung vor zeitgemäßem Hintergrund aber ist als dringend nötig anzusehen!

 

Empfohlene Maßnahmen:

·       Aufnahme von Kunst und Kultur, auf Basis vom KEP, in alle bestehenden und künftigen Steyrer Leitbilder.

·       Jährliche Evaluierung und Adaptierung vom KEP im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung vom KA, SKB und unter der Einbeziehung von externen Expertinnen und Experten.

·       Verstärkte Förderung der Beziehung zwischen den Kunst- und Kulturschaffenden und kreativwirtschaftlichen Unternehmen und Personen (ArchitektInnen, GrafikerInnen, DesignerInnen,…)

·       Kulturarbeit endet nicht mit der Erstellung vom KEP (Stichwort Lippenbekenntnisse), sondern hat immer einen prozessualen Charakter.

·       Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung vom KEP! (Künstlerinnen und Künstler darüber informieren, Öffentlichkeitsarbeit in Schulen, sämtliche Medien bedienen, Amtsblatt, etc.). Den KEP im Amtsblatt vorstellen, ein Bericht über die Entwicklung vom KEP pro Quartal im Amtsblatt!

·       Kernbereiche der Kreativwirtschaft für Steyr identifizieren und dann gezielt nach diesen recherchieren. Welche kreativ- und kreativwirtschaftlich tätige „Unternehmen“ gibt es 2014 in Steyr? (z.B. Architektur? Bestimmte Design-Bereiche? Musikwirtschaft? IKT-nahe Dienstleistungen? Buchwirtschaft? Medienhandel? etc.) Welche Kulturschaffenden sind 2014 aktiv? -> Aufgabe für´s Kulturamt?!

·       Wurden die Fragebögen (KEP2008, S. 58) evaluiert und in der Kulturplanung berücksichtigt?

·       Die Evaluierung vom KEP sollte durch externe ExpertInnen durgeführt werden!

 

Ausblick

 

·       Die Mitglieder des SKB treffen sich weiterhin kontinuierlich, beobachten Entwicklungen und

verfolgen interessante Ideen und Projekte.

·                 Ein gemiensames Treffen von KA und SKB im Frühjahr 2015 wird angestrebt.

·                 Die Homepage des SKB wird ins Netz gestellt.

·                 Das Thema Jugend-Kultur/Nachwuchsförderung wird bisher nur im Rahmen anderer KEP-Punkte behandelt, sollte in Zukunft aber als eigenständiges Thema besondere Aufmerksamkeit erfahren.

("Wer die Jugend pflegt, pflegt die Zukunft")

·                 Arbeit an Vernetzung und an der "Basis" v.a. zum Thema Jugendkultur (Streetwork, RÖDA...)

·                 Der SKB beteiligt sich am Sammeln und Entwickeln von Ideen, "Runden Tischen" und bringt sich gerne in kreative Prozesse ein.

·                 Modelle zu einer Art "Aufwandsentschädigung" ab einem bestimmten Ausmaß an ehrentamtlichem

aber professionellem Arbeitsaufwand wäre zu begrüßen, um höchstmögliche Qualität dauerhaft garantieren zu können. ("Dem Verschleiß von kreativem Potential Vorschub leisten")

 

Es bleibt noch viel Raum, um weiterzudenken...