Herzlich Willkommen auf der Homepage des Steyrer Stadtkulturbeirates

Die "4. Steyrer Kulturplattform" findet am Mi., 05.10.17, 19.00 - 21.30 statt.
Ort: Reithoffer-Saal
Pyrachstraße 7, 4400 Steyr

 

3. Steyrer Kulturplattform

 

Viele interessierte und engagierte Besucher, ein eigener Beitrag auf Radio FRO und die Erkenntnis, dass Polen noch nicht verloren ist … und das Vertrauen in das Steyrer Kulturschaffen auch nicht! Das ist das Ergebnis der 3. Steyrer Kulturplattform, die am 20. Oktober 2016 im Amtsgebäude Reithoffer in Steyr über die Bühne ging.

 

Nun wartet viel Arbeit auf uns, den Steyrer Stadtkulturbeirat. Aufarbeiten, dranbleiben, umsetzen, Neues entwickeln … keine Anregung soll verloren gehen, kein Gedanke vergessen werden!

 

Über Unterstützung würden wir uns sehr freuen!

 

INTERESSIERTE, ENGAGIERTE, KREATIVE, MEINUNGSMACHER, IDEALISTEN, POSITIVDENKER, SILBERSTREIFENAMHORIZONTFINDER, ORGANISATOREN, HELFERLEIN …….. BITTE MELDEN! Schickt uns einfach eine E-Mail unter Kontakte.

 


 

 

WE WANT YOU!!!

 

 

 

Offener Brief an die Kulturpolitik der Stadt Steyr zum Thema Kulturpolitik: Mai 2016

Sehr geehrter Herr Stadtrat Mayrhofer, sehr geehrte Frau Gemeinderätin MMag.a Frech, sehr geehrter Herr Kulturdirektor Mag. Dr. Zineder, sehr geehrte Mitglieder des Kulturausschusses und des Gemeinderates, sehr geehrte Frau Vizebügermeisterin Weixlberger, sehr geehrter Herr Bürgermeister Hackl!

 

Die Mitglieder vom Stadkulturbeirat Steyr (SKB), wurden bei der letzten Kulturausschusssitzung mit der Frage entlassen, welche weiteren Ziele der SKB in der Funktionsperiode 2013 – 2017 verfolgen möchte.

 

Wir, der SKB 2013 – 2017, haben uns in den letzten beiden SKB Sitzungen darüber verständigt und erlauben uns Ihnen das Ergebnis unseres Diskurses in einem offenen Brief mitzuteilen, der an alle Mitglieder vom Kulturausschuss (KA) ergeht und auch Vizebürgermeisterin Weixlberger und Bürgermeister Hackl über unser Anliegen informiert.

 

Unser Schreiben soll zu einem neuen, offenen und gemeinsamen Diskurs zwischen Gemeinderat, Kulturausschuss, Stadtsenat und Stadtkulturbeirat hinsichtlich der kulturellen Entwicklung der Stadt Steyr beitragen, entstandene Missverständnisse beseitigen und letztlich eine nachhaltige und langfristige Aufwertung von Kultur, Kulturschaffen und Kulturarbeit in der von Tradition geprägten Eisenstadt nach sich ziehen.

 

Darüber hinaus hat dieses Papier bereits als Gesprächsgrundlage für ein vom SKB initiiertes Treffen mit Bürgermeister Hackl gedient, in dem der SKB seine Anliegen direkt dem Bürgermeister vorstellen konnte.

 

An den Beginn dieses Schreibens möchten wir drei Zitate aus dem Kulturentwicklungsplan für die Stadt Steyr 2008 (KEP 2008) stellen.

 

„Mit dem vorliegenden Kulturentwicklungsplan bekennt sich die Stadt Steyr zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Kunst- und Kulturbereichs im städtischen Einflussgebiet. Verbunden ist hiermit die Schaffung einer dauerhaften Basis für das Zusammenwirken zwischen den Steyrer Kunst- und Kulturschaffenden und den politischen Entscheidungsträgerinnen und –trägern, um optimale Rahmenbedingungen für die künstlerische und kulturelle Entwicklung der Stadt zu schaffen.“1

 

„Zwar sind Bemühungen zur Vernetzung der Aktivitäten von Steyrer Kunst- und Kulturschaffenden ansatzweise zu erkennen, die fehlende umfassende Vernetzung zwischen den künstlerischen und kulturellen Akteurinnen und Akteuren ist allerdings als klare Schwäche zu benennen.“2

 

„Gewissheit darüber wird frühestens dann eintreten, wenn Punkte des vorliegenden Schriftstücks budgetwirksam werden und strukturelle Veränderungen greifen. Erst wenn Kunst und Kultur dem Stellenwert von Arbeit auf gleicher Augenhöhe entgegenblickt, als fixer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens ebenso wie als legitimer Weg zur Absicherung individueller Existenz Akzeptanz findet, erst dann können wir in diesem Zusammenhang von Erfolg und Entwicklung in der von Tradition geprägten Eisenstadt sprechen.“3

 

Das Ziel dieses Schreibens sei nun an den Anfang desselben gestellt.

 

Einen Meilenstein in der Umsetzung der im KEP 2008 genannten Leitziele würde die jährliche und selbstverständliche Organisation und Abwicklung vom Veranstaltungsformat „Kulturplattform Steyr“ durch das Kulturamt der Stadt Steyr darstellen. Der SKB tritt demzufolge seinem Selbstverständnis entsprechend im Vorfeld beratend und in der Durchführung der Veranstaltung unterstützend in Erscheinung. Alternativ dazu kann ein fix budgetierter Auftrag auch an geeignete Personen vergeben werden.

 

Dieses ehrgeizige Ziel kann möglicherweise 2016 noch nicht verwirklicht werden, soll aber, und dies sei hier mit Nachdruck vermerkt, als Fixstern zur Navigation in der Kulturarbeit für das Kulturamt, den Kulturausschuss (KA), den Gemeinderat (GR), den Stadtkulturbeirat (SKB) und allen anderen zuständigen Stellen in Steyr dienen und langfristig gesehen zur Umsetzung gelangen!

 

Leider hat sich aufgrund von Missverständnissen in der Kommunikation zwischen KA und SKB eine unglückliche Situation hinsichtlich der allgemeinen Rollendefinition des SKB im Bezug auf die Durchführung der Kulturplattform ergeben.

 

Der SKB hofft nun einerseits mit diesem Schreiben etwas zur Klärung der Situation beitragen zu können, und andererseits einen Prozess zu initiieren, der einen gemeinsam nächsten Schritt am Weg zur Umsetzung der Leitziele vom KEP 2008 darstellt.

 

Dieser nächste Schritt allerdings verlangt die Bündelung aller vorhandenen Kräfte und die Bereitschaft der verschiedenen Gremien und Personen aufeinander zuzugehen, um nachhaltig und im Sinne des Gemeinwohls etwas für das freie Zusammenspiel der kulturellen Kräfte in Steyr beitragen zu können.

 

Die damit einhergehende längst notwendige Erhöhung des Kulturbudgets, und eine bereits überfällige Diskussion der Frage nach der Selbstausbeutung im Kunst- und Kulturbereich sei hier noch abschließend erwähnt! Dieser Diskurs wird gerade in den kommenden Jahren immer wieder und mit Vehemenz zu führen sein, ein positives Ergebnis dieses Diskurses jedoch wird erst dann ersichtlich werden, wenn es tatsächlich zu strukturellen und budgetären Veränderungen im Sinne einer Aufwertung des Kulturbudgets gekommen ist, eine sparten- und parteiübergreifende gerechte Verteilung erfolgt , ein Fortbestand der kulturellen und künstlerischen Vielfalt gewährleistet ist und insbesondere das Kulturschaffen der „freien und institutionsunabhängigen Szene“ entsprechend gefördert wird!

 

Kunst und Kultur sind LebensMITTEl und können unmittelbar zu einem erfüllenden und erfüllten „In der Welt Sein“ beitragen!

 

In der dem SKB 2013 – 2017 vorliegenden Version der „Verfügung zur Bildung eines Stadtkulturbeirates“ finden sich folgende Textausschnitte, die für dieses Schreiben relevanten Textpassagen werden hier in aller Kürze wiedergegeben.4

 

§ 1 Einrichtung:

 

„… ein Kollegium mit ausschließlich beratender Funktion in künstlerischen und kulturpolitischen Fragen.“

 

§ 2 Aufgaben:

 

  1. „[ …] soll eine Plattform sein, um einen ständigen Diskurs über die kulturelle Entwicklung in Steyr zu führen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung an die Anforderungen einer zeitgemäßen Kulturarbeit zu initiieren. Er unterstützt die Stadt Steyr (v.a. den Kulturausschuss) bei der Umsetzung des „Kulturentwicklungsplan Steyr (KEP)“, setzt Impulse und Initiativen, gibt Anstöße für Evaluierungsmaßnahmen und zeigt immer wieder neue Perspektiven auf.“

  2. […]

  3. „[…] erstellt einen jährlichen Bericht […]

  4. „[…] führt bzw. initiiert einen permanenten Diskurs […], erarbeitet Rahmenkonzepte, gibt Anstöße und stellt Entwicklungsmöglichkeiten zur Diskussion. Vorschläge, Ideen und Konzepte werden dem Kulturreferenten und dem Kulturausschuss vorgelegt.“

§ 4 Bestellung der Beiratsmitglieder

 

  1. […]

  2. „Die Beiratsmitglieder werden auf maximal 4 Jahre bestellt, die Hälfte der Beiratsmitglieder wird jeweils in der Mitte der Periode neu besetzt.“

 

§ 6 Beiratsarbeit

 

  1. Die Tätigkeit im Stadtkulturbeirat erfolgt ehrenamtlich.

 

Die Zuständigkeit des SKB wird in diesen Textpassagen also als „beratend, initiierend, unterstützend und ehrenamtlich“ charakterisiert. Das Leitmotiv erscheint als offen und prozess- wenig aber als ergebnis- bzw. umsetzungsorientiert.

 

Bei einer Kulturausschusssitzung im Herbst 2014 wurde die vom SKB im Empfehlungspapier formulierte Forderung nach besserer Vernetzung zwischen den entsprechenden Abteilungen des Magistrats, den „Produzenten“, den „Konsumenten“ und den Vermittlern von Kunst, Kultur und Unterhaltung5 aufgegriffen.

 

Vizebürgermeisterin Ingrid Weixlberger verwies in diesem Zusammenhang auf das Veranstaltungsformat der „Steyrer Kulturplattform“, einem Vernetzungstreffen für kunst- und kulturaffine Menschen in Steyr, das bereits einmal durch die Initiative von Gemeinderätin Michaela Frech und dem Steyrer Schriftsteller Till Mairhofer vor einigen Jahren zur Durchführung gekommen ist.

 

Laut Vizebürgermeisterin Ingrid Weixlberger hat sich der in den Jahren 2008 - 2012 amtierende SKB für eine erneute Abhaltung einer „Kulturplattform“ ausgesprochen.

 

Obwohl zum Zeitpunkt dieses Gesprächs nur mehr zwei Mitglieder vom „alten“ SKB aktiv waren, entschieden sich die Mitglieder vom SKB 2013 - 2017 für eine erneute Durchführung des Veranstaltungsformats, unterstützt durch den KA, durch das Kulturamt, den Kulturreferenten und den Bürgermeister.

 

Das per definitionem beratende Gremium „Stadtkulturbeirat“ wechselte also somit in eine neue Rolle und wurde zum Veranstalter!

 

Ein neues, professionelles Konzept wurde durch den SKB erdacht, ein eigenes Veranstaltungssujet entworfen, Einladungskarten kreiert, gedruckt und versendet, Presseartikel geschrieben, Sponsoren gesucht, eine Adressenliste von möglichen Interessentinnen und Interessenten erstellt, ein Referent gesucht und gefunden, die inhaltliche Gestaltung der Abends gemeinsam mit ihm geplant, das Zusammenspiel zwischen dem Kulturamt, dem Kulturreferenten und anderen Geldgebern in die Wege geleitet, der Kontakt und die Zusammenarbeit mit der Schule für Kultur- und Kongeressmanagement hergestellt, Moderatorinnen und Moderatoren gewonnen und auf ihre Aufgabe vorbereitet, Interviewpartner gebrieft und auch am Abend selber wurden tausend kleine Dinge durch den SKB bewältigt, wie z.B. die organisatorische Vorbereitung des Saals, die persönliche Begrüßung der Gäste, die Begleitung zu den Tischen, die Betreuung vom Buffet, etc. etc.

 

Das Büro Gunter Mayrhofer sponserte die Veranstaltung mit 500,- €. Damit wurde das Honorar des Referenten in Höhe von 400,- € gedeckt. Bürgermeister Hackl übernahm die Kosten für die Miete im Amtsgebäude Reithoffer und den Techniker, der Versand der Einladungskarten erfolgte über das Magistrat Steyr.

 

Andere Aufwendungen wie Brot, Gebäck, Getränke und der Druck der Einladungskarten und Plakate wurden durch vom SKB lukrierte Sponsoren gedeckt. Ein weiteres privates Sponsoring von 50,- € ermöglichte dem SKB etwas finanzielle Flexibilität im Vorfeld der Veranstaltung.

 

 

 

Die im Oktober 2015 über die Bühne gebrachte „2. Steyrer Kulturplattform“ kann durchaus als Erfolg betrachtet werden, der Abend konnte wesentliches zur Vernetzung zwischen Kunst- und Kulturschaffenden, politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern und Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Steyr beisteuern und durfte etwas zu einem Klima der Entspannung und Annäherung zwischen den Protagonistinnen und Protagonisten beitragen.

 

Zahlreiche Rückmeldungen von Besucherinnen und Besucher bestätigen das positive Ergebnis, das Anlass für einen hoffnungsvollen Ausblick auf eine stetige und dynamische Weiterentwicklung des Diskurses verleiht.

 

Der SKB ist also vor diesem Hintergrund wieder an der Umsetzung einer Kulturplattform interessiert, möchte aber mit diesem Schreiben explizit darauf verweisen, dass die Abwicklung derselben nicht zu seinen ursprünglichen Aufgaben zählt. Wir vom SKB sahen uns allerdings 2015 angesichts einer fehlenden Perspektive zur Wiederauferstehung einer Kulturplattform in ihrer positivsten Art verpflichtet und in der Lage, eine solche Veranstaltung neu zu initiieren. Damit wollten wir einen organisatorischen wie inhaltlichen Lichtpfad ziehen, der es den politisch Verantwortlichen ermöglicht, auf Basis eines greifbaren Ergebnisses Finanzmittel dafür bereit zu stellen.

 

Das sollte aus unserer Sicht nun geschehen!

 

Der SKB erklärt sich im Sinne des Gemeinwohls auch 2016 dazu bereit, die Kulturplattform erneut zu den bereits bekannten Bedingungen über die Bühne zu bringen, verweist aber noch einmal und mit Nachdruck auf die notwendige Aufwertung der Veranstaltung spätestens im Jahr 2017!

 

Zum Abschluss dieses Schreibens sei hier die kulturpolitische Empfehlung von Thomas Philipp zur Steyrer Kulturplattform angeführt, ein Blick der Mut zum Erreichen von neuen Zielen macht, der die Rahmenbedingungen deutlich vor Augen führt und der sowohl dem SKB als auch dem KA, dem GR und allen anderen verantwortlichen Personen als neuer Orientierungspunkt dienen soll!

 

Zitat Thomas Philipp:6

 

„Initiierung Konzipierung der Kulturplattform durch den SKB = ja, Mitarbeit bei der Konzeption durch den SKB = ja (Mitarbeit heißt schon, dass hier auch das Kulturamt gefordert ist), Organisation und Abwicklung durch den SKB = nein. Diese muss mMn entweder direkt vom Kulturamt erfolgen oder es muss einen budgetierten Auftrag dafür geben, der dann an jemanden vergeben wird.

 


Ich würde darauf setzen, einen jährlichen Rahmen von ca. 3.000 bis 4.000 Euro für den SKB auszuverhandeln, der im Gegenzug allerdings mit einer klaren Gegenleistung verbunden ist (2 x Steyrer Kulturplattform jährlich, exkl. Zurverfügungstellung von Infrastruktur durch die Stadt, klar; dazu eventuell noch ein neues, kleineres Format)

Plus: die Verbindung der Diskussion mit der Frage der Selbstausbeutung im Kunst- und Kulturbereich und einer notwendigen Erhöhung des Kulturbudgets halte ich in diesem Zusammenhang für sehr wichtig!“

 

Thomas Philipp äußert in seinem Schreiben auch die Hoffnung, dass die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger das kulturelle Potenzial der Stadt weiterhin zur Entfaltung bringen, damit Steyr als nächsten Titel "aufregendste Kulturstadt Österreichs" seiner Sammlung hinzufügen kann.

 

Diesen Wünschen schließt sich der Stadtkulturbeirat an und freut sich auf eine positive Rückmeldung seitens der Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der Stadt Steyr, und auf einen anregenden und angeregten Diskurs rund um die genannten Punkte, spätestens bei der nächsten SKB-Sitzung oder im Rahmen vom nächsten Kulturausschuss.

 


 

Für den Stadtkulturbeirat Steyr 2013 – 2017:

 

Mario Werndl, Dagmar Grünwald, Michael Schröckenfuchs, Katrin Auer, Hubert Auer, Stefan Brandmayer, Carina Krendl, Frieda Pohlhammer, Simone Rossacher, Beate Seckauer.

 

 

1 KEP 2008, 2. „ Präambel“, S. 7.

 

2 KEP 2008, 6. „Kommunikation, Koordination und Vernetzung“, S. 25.

 

3 KEP 2008, 3. „Entwicklungspläne liegen im Trend“, S. 8.

 

4 „Verfügung zur Bildung eines Stadtkulturbeirates“ vom 23.03.2009, gezeichnet Bürgermeister Forstenlechner, 24.03.2009.

 

 

5 „Empfehlungen des Stadtkulturbeirates zum Kulturentwicklungsplan“, S. 13.

 

6 Mail vom 05.04.16 an Dagmar Grünwald

 

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